Verantwortlichkeit des Arztes beim Sturz von einer Behandlungsliege 

Das Landgericht (LG) Hildesheim hat mit Urteil vom 09.01.2015 (Az.: 4 O 170/13) festgestellt, dass ein Arzt die Pflicht habe, die nach einer Magenspiegelung in seiner Praxis in der Aufwachphase befindliche, unter dem Einfluss eines sedativen (= beruhigenden) Medikamentes stehende Patientin so zu überwachen, dass diese nicht aufgrund der durch das Medikament bestehenden geringeren Einsichts- und Steuerungsfähigkeit zu Schaden kommt.

Hintergrund der Entscheidung ist, dass sich die klagende Patientin in der Praxis des beklagten Arztes einen Bruch des Oberschenkelknochens zugezogen hatte, als sie während der Aufwachphase von einer Behandlungsliege stürzte. Das LG sprach der Patientin auf dieser Basis ein Schmerzensgeld in Höhe von 8.500,00 € zu mit der Argumentation, der Beklagte habe seine Pflicht vernachlässigt, gegen ein zu erwartendes weisungswidriges Aufstehen der Patientin Vorsorge zu treffen, und zwar z.B. durch eine durchgehende Überwachung der Patientin oder durch eine Begrenzung des Bettes.