5.000 € Schmerzensgeld: Patient vor operation auch über Misserfolgsrisiko aufzuklären 

Das Landgericht (LG) Heidelberg hat mit Urteil vom 22.04.2015 (Az.: 4 O 221/13) entschieden, dass ein Arzt vor der Durchführung einer Operation zur Entfernung von Osteosynthesematerial im Hinblick auf mögliche Schwierigkeiten bei der Entfernung von Schrauben (hier aufgrund einer sog. Kaltverschweißung von Titanschrauben und –platten) den jeweiligen Patienten auch darüber aufzuklären habe, dass der Eingriff ggf. nicht vollständig durchgeführt werden kann, wenn der Arzt nicht alle notwendigen medizinischen Werkzeuge zur Sicherstellung der Entfernung der Schrauben für solche Fälle vorhält. Insoweit sei der Patient – so das LG – ausdrücklich über das in Rede stehende Misserfolgsrisiko aufzuklären.

Weil eine Patientin mit Handgelenksfraktur nicht entsprechend aufgeklärt worden war und ihr dann tatsächlich im Rahmen der durchgeführten OP nicht alle Schrauben entfernt werden konnten, sprach ihr das LG ein Schmerzensgeld in Höhe von 5.000 € zu.