Schadenersatz bei Sturz im Krankenhaus 

Das Oberlandesgericht (OLG) Hamm hat mit Beschluss vom 18.03.2015 (Az.: 3 U 20/14) entschieden, dass dann, wenn es zu einem Sturz eines Patienten im Krankenhaus kommt, eine etwaige Schadenersatzpflicht des Krankenhausbetreibers maßgeblich davon abhänge, ob eine Pflichtverletzung des Personals vorliegt. Das OLG geht dabei davon aus, dass für die konkrete Ausprägung der dem Krankenhaus obliegenden Pflege und Betreuung maßgeblich sei, ob wegen der konkreten gesundheitlichen, körperlichen, seelischen oder geistigen Verfassung des Patienten aus der sog. ex ante Sicht damit gerechnet werden musste, dass sich der Patient ohne besondere Sicherung selbst schädigen würde. Dabei seien – so das OLG – die dem Krankenhaus gegenüber dem Patienten obliegenden Pflichten zudem begrenzt auf die in derartigen Einrichtungen üblichen Maßnahmen, die mit einem vernünftigen finanziellen und personellen Aufwand realisierbar und zumutbar seien.