Angaben zur Komplikationsdichte im Aufklärungsgespräch und Aufklärungsbogen 

Das Oberlandesgericht (OLG) Nürnberg hat mit dem Urteil vom 30.04.2015 (Az.: 5 U 2282/13) entschieden, dass die Angaben in ärztlichen Aufklärungsgesprächen und in standardisierten Aufklärungsbögen zur Wahrscheinlichkeit des Eintritts bestimmter Komplikationen (Komplikationsdichte) sich an der Häufigkeitsdefinition des Medical Dictionary for Regulatory Activities (MedDRA), die in den Medikamenten-Beipackzetteln Verwendung findet, zu orientieren habe. Eine hiervon abweichende Verwendung der Risikobeschreibung (selten, sehr selten etc.) könne – so das OLG – eine verharmlosende Risikoaufklärung darstellen, die zur Haftungsverantwortlichkeit der Behandler führe.